Möhrentarte mit singulärem Salat

Polenta ist toll! Ich finde Polenta gehört zu den Lebensmitteln mit Soulfood-Charakter – ähnlich wie Kartoffelbrei oder Kartoffelgratin. Und bei dicken Minusgraden genau das Richtige, um sich wieder aufzuwärmen.

Das heutige Rezept ist nur eingeschränkt ein Halbstunden Rezept: am Ende wandert das Gericht noch für 20 Minuten in den Backofen.

Möhrentarte für 4 Personen:
• ca. 1/2 Tüte Polenta (200 – 250 g)
• 1/2 l Milch
• 1/4 l Gemüsebrühe (oder mehr Milch, dann aber salzen nicht vergessen)
• 100 g Schmand oder saure Sahne
• ca. 500 g kleinere Möhren
• 1 Knoblauchzehe
• 100 g würziger Hartkäse (Bergkäse, alter Gouda, Parmesan…)
• Thymian oder getrocknete Kräuter der Provence
• Salz, Pfeffer, Muskat
• Kopfsalat, Olivenöl, Essig

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Als erstes werden die Möhren geschält. Besonders Bio-Möhren tragen oft Bandwürmer mit sich, dies ist nicht weiter dramatisch, wenn man das orange Gemüse ordentlich wäscht oder schält. Wir sind so daran gewöhnt, dass unser Gemüse, Obst so aussieht als ob wir es direkt verzehren könnten, d.h. keine Erdkrümmel, keine schadhaften Stellen, dass viele Menschen glauben, man müsste hier nicht mehr waschen und putzen. Genau dies sollte man aber tun, dann passiert auch nichts. Danach wird die Knoblauchzehe geschält und in Scheiben geschnitten.

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Die Möhren werden mit der Knoblauchzehe in Butter angebraten, gesalzen und gepfeffert, dann kommt ein Schluck Wasser oder Gemüsebrühe oder Weißwein dazu und für 10 Minuten ein Deckel drauf.

In dieser Zeit wird die Flüssigkeit bis zum ersten Aufwallen erhitzt – es ist wichtig, dass man die Polenta in die heiße Flüssigkeit einrührt, sonst dauert es nämlich ewig bis sie quillt. Wenn man das erste Blubbern sieht, ca. 2/3 Polenta einrühren und immer schön rühren. Der Gries muss quellen, dafür benötigt er  etwas Zeit, am Ende darf man keine unschönen harten Körnchen mehr auf der Zunge spüren. Man gibt solange Polenta hinzu bis der Brei die gewünschte Konsistenz hat – in diesem Fall darf es ruhig etwas fester werden.

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Apothekerinnen haben im Studium gelernt, dass man das Handgelenk beim Rühren großer Mengen Salbe  steif hält und nur aus der Schulter heraus rührt und immer in die gleiche Richtung – erspart das Ermüden des Handgelenks – genau so rühre ich auch in meinem Polentatopf… Das Ganze wird mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenen Muskat gewürzt.

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Dann wird noch der Thymian untergehoben und ein halber Becher Sauermilchprodukt – heute war es Schmand.

Die Polentamasse wird in eine gebutterte Kuchenform gefüllt und glattgestrichen – ich fand ja lange Zeit Teilschaber nur unnütz bis ich dann feststellte, dass sich Teige damit wirklich leichter aus den Gefäßen überführen lassen. Darauf kommen dann die Möhren und der Knoblauch – falls einzelne Möhren zu lang sind: halbieren.

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Darüber kommt der frisch geriebene Käse, in meinem Fall war es uralter Kristallkäse – lecker. Bei 180° C kommt das Ganze jetzt für 20 Minuten zum Überbacken in den Backofen.

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Jetzt kann man in aller Ruhe den Tisch decken, Salat putzen und waschen und im heimischen Sprachgebrauch singulär anrichten: dafür benötigt man sowohl eine Ölflasche als auch eine Essigflasche, die ihren Inhalt tropfenweise hergibt oder einen großen Daumen, um den Flaschenhals entsprechend zu verschließen. Der geschleuderte und in mundgerechte Stücke geteilte Salat wird auf den Teller gegeben, einmal mit der Salzmühle drübermahlen genauso mit der Pfeffermühle verfahren, dann einmal über den Salat Öl tropfen, nicht schütten und genauso mit dem Essig verfahren. Ein Wort zum Essig: er muss so schmecken, dass man ihn auch pur mag, wenn er pur nur zum Grimassenschneiden dient, taugt er nicht für unseren Salat und ist eine Erklärung dafür, warum viele Menschen Salat eklig finden! Zum Abschluss noch ein Salatbild:

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und dann: guten Appetit!

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