Eierlikör mit Whiskyvariation

Ostern naht und damit auch die Eierlikörsaison….

Ich habe schon im letzten Jahr mit verschiedenen Spirituosen experimentiert; am Wochenende war es soweit, dass ich die diesjährige Produktion gestartet habe. Eierlikör gibt es nur einmal im Jahr, das macht durchaus einen Teil des Reizes aus.

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Ganz besonders wichtig sind hier gute Zutaten, wenn die Eier nichts sind, schmeckt es am Ende nicht. Wenn man Eierlikör selbst machen möchte, sollte man auf jeden Fall Bio-Eier nehmen, noch lieber Eier von Hühnern, die man selbst kennt – aber das werden die wenigsten von sich sagen können. Billigeier taugen nicht dafür, dann spart man sich lieber die Mühe und kauft Industrieware. Wenn ein Ei komisch riecht, komisch aussieht: bitte verwerfen, man schmeckt wirklich jede Fehltönung und das wäre doch schade! Außerdem sollte man tunlichst auf Hygiene achten, wir verarbeiten rohe Zutaten, die zwar erhitzt werden, dann werden sie allerdings abgefüllt und sollten nicht wieder mit Keimen in Berührung gebracht werden. Wer möchte am Ende Schimmel auf dem Likör oder Schlimmeres im Likör?!?
In vielen Rezepten wird Alkohol aus der Apotheke empfohlen: auf den reinen Alkohol kommt Alkoholsteuer, das verteuert den Spaß ungeheuer (nur für das Protokoll: die Steuer wird an den Staat abgeführt und verbleibt nicht in der Apotheke). Als neutral schmeckender Alkohol eignet sich Wodka. Man kann durchaus im eigenen Spirituosen-Schrank schauen, was es da noch gibt und dadurch interessante Geschmacksvariationen kreieren. Sehr lecker fand ich die Kombination mit Whisky – mein derzeitiger Favorit.
Noch eine Vorbemerkung: natürlich nehme ich frische Milch und Sahne aus dem Kühlregal und nichts mit dem großen H davor. H-Milch hat einen Eigengeschmack, den man vorschmecken würde. Jetzt aber los:

1/8 l Sahne
1/4 l Milch
125 g Zucker
4 Eigelb
1 Vanilleschote
Variante 1: 200 ml Wodka           Variante 2: 150 ml Whisky

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Die verschiedenen Mengen an Alkohol beruhen darauf, dass Wodka 40% Alkohol enthält und Whisky je nach Sorte zwischen 43 und 48 % variiert. Laut Spirituosenverordnung muss Eierlikör 14 % Ethanol enthalten Wer selbst experimentieren möchte: mindestens 10 % Ethanol sollte er haben, um haltbar zu sein.

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Als erstes die Vanilleschote einritzen und das Mark auskratzen. Dann Sahne, Milch, Zucker und Vanilleschote und Mark langsam unter Rühren bis zum Kochen erhitzen. Eine Viertelstunde zur Seite stellen. In der Zeit die Eier trennen: wer will kann später aus den Eiweißen noch Baiser backen. Für Ungeübte: man kann die Eier zum Trennen auch in die Hand geben und das Eiweiß durch die gespreizten Finger ablaufen lassen.

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Eidotter verquirlen, ein paar Löffel der warmen Sahnemilch zugeben und dann unter Rühren zur Sahnemilch hinzufügen.

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Vanilleschoten herausangeln, abspülen und trockentupfen und in ein verschließbares Gefäß mit Zucker geben; gibt wunderbaren Vanillezucker.

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Jetzt aber schön gleichmäßig weiterrühren, während die Eiersahnemilch-Mischung wieder erhitzt wird. Ob man mit dem Quirl oder mit einem Holzlöffel rührt ist egal. Wichtig ist, dass man den Punkt merkt, wenn die Masse zu stocken anfängt und sich vorher nichts auf den Topfboden ansetzt. Wenn die Masse Konsistenz bekommt, vom Herd nehmen und mit dem Alkohol mischen. Sofort in ein geeignetes verschließbares Gefäß geben. (Dieses sollte vorher mit kochendheißem Wasser ausgespült worden sein, um die Keimzahl zu reduzieren.)

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Abkühlen lassen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Der Eierlikör dickt auf jeden Fall noch einmal nach, am nächsten Tag kräftig durchrühren, falls er zu dick ist, mit weiterem Alkohol vorsichtig verdünnen. Sahnemilch eignet sich nicht, da man diese wieder kochen müßte und den Alkoholgehalt evtl. so weit hinuntersetzt, dass das Ganze nicht mehr haltbar ist. Jetzt den Likör in Flaschen abfüllen und bis zum Genuß dunkel und kühl lagern. Ich habe Aufbewahrungsfristen bis zu einem halben Jahr gefunden – so alt wird er bei uns nicht. Außer zum Kaffee am Ostersonntag kann man ihn auch zu Vanilleeis reichen oder gleich noch eine Eierlikörtorte backen….. Auf jeden Fall sollte man ihn in fröhlicher Runde augenzwinkernd genießen. UND: ausnahmsweise ist dies kein Rezept für Kinder!

Fröhliches Ostereiersuchen!